Kulturverein Sagenland Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Kulturverein Sagenland Mecklenburg-Vorpommern e.V. 

Kaninchenwerder

Am 23.07.26 machten wir -Ingelore und Dieter Gonsch- uns auf, per Fahrrad und Schiff der Weißen Flotte die Insel zu besuchen. Aus den Medien hatten wir schon erfahren, dass sich Einiges auf der Insel tut: Ein neuer Pächter, eine eingeschränkte Gastronomie und Sanierung der Gaststätte. Im Gepäck hatten wir unsere neuen Kaninchenwerder-Flyer dabei.

Am Hafen angekommen, bot sich uns schon ein Bild zurückhaltender Betriebsamkeit. Einzelne Boote, darunter auch Hausboote, lagen im Hafen, ein Gastro-Boot mit Werbung für Eis am Kai lud Gäste zum Verzehr kleinerer Speisen und Getränken ein. Davor standen gemütliche Bistrotische und -stühle auf der Holzterrasse. Auch die Liegewiese am Badestrand war einladend mit Liegestühlen möbliert.

Die marode Gaststätte war eingerüstet, ein paar Handwerker arbeiteten auf der Terrasse an der Entkleidung der morschen Holzteile und der Entfernung kaputter Treppenstufen. Baumaschinen und etliche Zementsäcke versprachen weitere Sanierungsarbeiten.

 

 

 

 

Dann kamen wir zu unserer jüngsten Sagentafel mit der Geschichte vom übermütigen Ritter vom Reiterhorn. Ich wusste es schon. Unbekannte hatten das Logo des Vereins Miteinander auf Kaninchenwerder abgeschmirgelt oder -geätzt. Was geht in solchen Menschen vor?   Weiter ging es auf unserem neuen Sagenpfad über die unbeschädigte Sagentafel von der Herkunft Petermännchens zum Turm auf dem Jesarberg.

Der war geöffnet und konnte bestiegen werden. Aber der Bewuchs drumherum erinnerte ein wenig an Dornröschens Schloss. Ein geringer Beschnitt würde dem Aussehen und der Erhabenheit des Turms guttun und der Natur drumherum nicht schaden. Außerdem wäre die Sicht von der Aussichtsplattform auf die Umgebung erheblich attraktiver. Aber das ist jetzt meine persönliche Meinung.

Der weitere Verlauf unserer Wanderung führte uns zur Sagentafel „Der Lindwurm von Kaninchenwerder“ mit Blick auf das Görslower Steilufer. Dort stellten wir zu unserer Überraschung fest, dass auch hier das Logo unseres Sponsors, der Sparkasse Schwerin, weggeschmirgelt oder-geätzt wurde. Welche Motivation mögen diese Übeltäter haben, denn unser Vereinslogo und das Logo des BUND blieben unangetastet? Wir überlegen noch, wie das wieder geheilt werden kann.

Zurück ging es dann über die Sagentafel von Petermännchens Schatzkammer mit wunderschönen Ausblicken auf Schwerins „Skyline“ zum Hafen. Positiv anzumerken sind die neuen Sitzbänke an schönen Plätzen und die relative Wegefreiheit.

Alles in allem kann man wieder einen Besuch der Insel -natürlich auch wegen unseres Sagen (Wander-)pfades- empfehlen. Wer nicht mit dem eigenen Boot rüberfahren kann, muss Einschränkungen in Kauf nehmen und genügend Kleingeld dabeihaben. Die Weiße Flotte fährt nur einmal täglich vom Schloss. Wir sind zum Anleger Zippendorf geradelt und sind dann aufs Boot gestiegen. Von dort bis nach Kaninchenwerder und zurück kostet es 10,- Euro pro Person, vom Schloss sind es 6,- Euro mehr. Allerdings sollte man am geplanten Überfahrtstag bei der Weißen Flotte nachfragen, ob sie Kaninchenwerder überhaupt anfahren.  Also greift euch unseren Kaninchenwerder-Flyer und setzt über auf die Insel. 

Die "Geburt" einer neuen Sagentafel  

...mit vollem Körpereinsatz und tatkräftiger Unterstützung vom Verein "Miteinander für Kaninchenwerder" zum Ergebnis.

Wer auf dieser Bank sitzt hat, wie auch bei den anderen Tafeln einen wunderschönen Blick über den Schweriner See.

und ein weiterer Stein hat unser Vereinsloge bekommen

13.7.2025 Strandfest in Zippendorf und Einweihung neuer Sagensteine auf der Indel Kaninchenwerder

 

Der Ritter Reinhard von Reiterhorn weihte am 13. Juli 2025 im Rahmen des Insel- und Strandfestes Zippendorf zwei neue Sagentafeln auf Kaninchenwerder ein. Während einer kleinen Zeremonie taufte er sie mit dem Nass, das heutzutage für die Taufe von Schiffen verwendet wird.

In der ersten Sage geht es um einstige Ritterburgen, die vor Urzeiten über dem Schweriner See lagen und dessen Eigentümer arge Rauf- und Saufbolde waren. Doch nach unbotmäßigem Verhalten gegenüber dem Germanengott Wotan fegte dieser deren Burgen samt Eigentümer in einer höllischen Sturmnacht hinweg.

In der zweiten Sage geht es um den Lindwurm, der seine Bahn vor langer, langer Zeit vom Görslower Ufer bis nach Kaninchenwerder zog. Dieses Ungeheuer mit einem Schweins- oder Affenkopf erschreckte die Bewohner des Ufers besonders im Winter, wenn es sich in den zugefrorenen See warf und krachend und jaulend die Eisdecke durchbrach.

Ritter Reinhard berichtete, dass er nun seit 2000 Jahren dazu verdammt sei, diese Geschichten auf Erden wandelnd zu erzählen. Er dankte aber den Vereinen „Sagenland Mecklenburg-Vorpommern“ und „Miteinander auf Kaninchenwerder“, dass sie ihn durch die Sagentafeln unterstützten, diese Geschichten an nachfolgende Generationen weiterzugeben und er so nicht in Vergessenheit gerät. 

Leider hatte der Wettergott kein Einsehen mit den Feiernden. Es schüttete wie aus Eimern und so erlebten nur einige Teilnehmer dieses Ereignis.

 

Gehen Sie mit unserem eBook auf Entdeckungsreise

eBook

Sagensteine in Schwerin und im Schweriner Umland

ISBN 978-3-8639-4

Autoren und Mitwirkende: Gottfried Holzmüller, Eckart Bomke, Frank Löser

 

 

 

Kulturverein Sagenland Mecklenburg- Vorpommern e.V.

c/o Bernhard Vatter
Werderstr. 12
19055 Schwerin

Tel.: +49 385 207 98 50

 

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